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Kellerkind-Audioforum » Lautsprecher » Passive LS » Hans Deutsch » Die Hans Deutsch HD 311 und der Strom (ein Erfahrungsbericht) » Hallo Gast [anmelden|registrieren]
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Neidhart
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Die Hans Deutsch HD 311 und der Strom (ein Erfahrungsbericht) Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Teil 1

Nachdem ich nun diese Lautsprecher seit knapp zehn Monaten mein Eigen nennen kann, glaube ich, ein erstes Urteil fällen zu können. Allerdings muss ich gleich vorweg stellen, dass die Auseinandersetzung mit diesem Ausnahmelautsprecher nach wie vor nicht abgeschlossen ist. Er ist so sensibel, dass er wirklich alles, was ihm angeboten wird, schlichtweg in den Raum stellt, ob einem das passt oder nicht. Er gibt auch alles das mit einem Achselzucken wieder, was vorher schief gelaufen ist, als wolle er sagen: Sieh her (oder besser: Hör her), das bietest Du mir an. Nun werde damit glücklich.

Wenn ich ein neues „Spielzeug“ in die Hifi-Sammlung integriere oder ein vorhandenes austausche, fallen mir zunächst nur die Vorteile des neuen Geräts auf; wenn denn welche da sind. Die ersten Tage und Wochen höre ich dann in erster Linie das, was nun besser ist. Nachdem sich das gesetzt hat, öffne ich mich - alles natürlich unbewusst - auch für die Dinge, die nicht passen. So war es auch mit der HD 311. Zunächst einmal genoss ich die rasante Schnelligkeit dieses Lautsprechers, vor allem auch im Bass, den weit weniger relevanten, breiten Sweetspot und die luftige Mitten- und Hochtonauflösung.

Ein Grund, warum ich mich für diesen Lautsprecher entschieden habe, ist das ungewöhnliche Gehäusekonzept mit dem Hornresonator und der „akustischen Frequenzweiche“, wie Hans Deutsch das nennt. Ich liebe ungewöhnliche Konzepte! Den Hersteller kenne ich schon seit den Achtzigerjahren, hatte aber nie selbst einen der Lautsprecher hören können. In den gängigen Hifi-Zeitschriften, die ich damals noch las, kamen die HD-Lautsprecher meist nicht so gut weg. Anscheinend waren die damaligen Modelle sehr weit weg vom angesagten Mainstream, so dass ihre Eigenheiten als Mängel eingestuft wurden.

Der Lautsprecher hat einen ziemlich knochentrockenen Bass, der tief geht und, zumindest in meinem Hörraum, weitgehend frei von irgendwelchen aufdickenden Resonanzen ist, obwohl das Gehäuse in einem Maße mitschwingt, wie ich es noch nie erlebt habe. Ein solches Konzept kann gar nicht funktionieren, tut es aber auf eindringliche Weise doch. Auf den ersten Blick (oder besser: Hinhören) erscheint der Bass schlank zu sein. Aber wenn Druck gefragt ist, wird auch geliefert. Aber nur dann. Brutale Gewalt darf man aber von den relativ kleinen Chassis und dem Hornresonator aber nicht erwarten.

Die Mitten bieten ein Füllhorn von Klangfarben, so dass ich erstmals wirklich erkannt habe, welche Instrumente gespielt werden und vor allem auch wie. Diese Klangfarbentreue geht bis in den Bassbereich. Wie unterschiedliche die verschiedenen Bassinstrumente tatsächlich klingen, macht dieser Lautsprecher eindrucksvoll deutlich. Was er nicht liefert: einen „warmen“ Grundton. Er bleibt sehr neutral. Wenn die Aufnahme dünn ist, ist die Wiedergabe dünn. Liefert die Aufnahme opulente Klangfarben, sind diese selbstredend da.

Der Hochton ist ebenfalls hervorzuheben; in jeder Hinsicht. Die HD 311 pfeffert einem manchmal die Obertöne von Instrumenten und Stimmen um die Ohren dass es eine wahre Freude ist - oder zu viel. Auch hier wieder ist das Ergebnis von der Aufnahme extrem abhängig. Schrill Plärriges ist manchmal nicht zu ertragen. Perfekt aufgenommene Becken auch bei hoher Lautstärke ein Genuss. Und wenn im Hochton Töne angeliefert werden, die da gar nicht hingehören, ja, auch dann stellt die HD 311 diese selbstredend so perfekt dar, dass es einen graust.

Und hier kommt nun die Geschichte etwas fort vom Lautsprecher hin zu Netzleisten, -kabeln und -filtern und sonstigem wenig augenfälligen Kram.

25 Jan, 2017 11:36 17 Neidhart ist offline Email an Neidhart senden Beiträge von Neidhart suchen Nehmen Sie Neidhart in Ihre Freundesliste auf
Neidhart
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Teil 2

Als ich mir die NuForce-Verstärker zugelegt habe, wurden ein Paar PS-Audio-Netzkabel mitgekauft, die auch bei der Vorführung verwendet worden waren. Zunächst dreimal das günstige „Jewel“. Das Kabel am Vorverstärker wurde später durch ein AC-3 ersetzt. Das freigewordene „Jewel“ wanderte an den DAC. Im Gegensatz zu den beigefügten Netzleitungen hörte ich ein größeres Bassvolumen, wärmere Klangfarben, eine größere Plastizität und anderes mehr. Wie weiter oben beschrieben höre ich nach Neuanschaffungen grundsätzlich erst einmal nur die Vorteile. Nachteile gab es auch, wie mir aber erst jetzt klar geworden ist.

Die Hans Deutsch lieferte sehr schöne und glaubhafte Musik, aber mir war klar, dass da noch mehr geht. Irgendetwas versteckte sich hinter - tja, hinter was eigentlich? Obwohl ich höchstens im Hochton manchmal so etwas wie einen Schleier aus Klirr wahrnehmen konnte, hatte ich mehr das Gefühl als den Eindruck, dass irgendetwas verdeckt wurde. Manchmal wurde die Wiedergabe gar kreischig, so dass ich ganz die Lust verlor. Nachdem ich einen Defekt oder einen Fehler bei der Aufstellung ausschließen konnte, begann ich mich mit dem Strom zu beschäftigen, der durch die Geräte fließt und von diesen in Musik umgewandelt wird. Was mir nie in den Sinn gekommen ist, die höherwertigen Netzkabel einmal wieder auszutauschen gegen die Standardstrippen, wurde dann ausprobiert. Der Grund lag darin, dass ich den CD-Spieler partout nicht mit einem PS-Audio-Kabel verheiraten konnte. Er klang damit breiig. Tonal etwas angenehmer bei nicht ganz so guten Aufnahmen, aber bräsig, wie man hier im Norden sagt.

Nach einigem hin und her, währenddessen ich mir auch noch Kabel bei audioconnexion bestellt hatte, und fluchend vor den Racks saß, um Netzkabel umzustöpseln, ein vorhandenes Netzfilter mal vor dieses mal vor jenes Gerät zu schalten, ohne zu einem insgesamt zufriedenstellenden Ergebnis zu gelangen und nach dem Messen der Netzspannungen, die zuweilen ziemlich schwankte, kam ich zu dem Schluss: so geht es nicht weiter! Bevor ich mich in Unkosten stürze und mein ganzes Equipment, soweit das überhaupt geht, einheitlich anders zu verkabeln, in der Hoffnung, dann ans Ende der Suche zu gelangen, folge ich dem Gedanken „weniger ist mehr“. Ich begann schrittweise, die Netzkabel auf die Beipacklösung zurückzubauen.

Die Standardkabel der NuForce-Verstärker sind übliche ungeschirmte 3x1,0qmm Leitungen, die geräteseitig einen dicken Ferrit besitzen. Wenn der Hersteller einen, wenn auch rudimentären, HF-Filter ins Netzkabel integriert, scheint das notwendig oder zumindest hilfreich zu sein. HF-Filterung wäre also für die Verstärker eine Option. Meine Netzleisten beinhalten ebenfalls einen HF-Filter in Form eines Ferritrings, um den das Zuleitungskabel gewickelt ist. Als Zuleitung wird das bekannte Ölflexkabel verwendet. Von dieser Seite hätte es also schon passen können.

Um das Ganze abzukürzen: Nach und nach ersetzte ich die „besseren“ Netzkabel wieder durch die Beipacklösung, beginnend bei den Endverstärkern und endend beim Vorverstärker. Und was soll ich sagen? So langsam klärte sich ein diffuses Kontinuum zwischen den Instrumenten und Stimmen, die sich immer weiter freischälten. Tonal ging die Tendenz weg vom Warmen eher ins Neutral-Kühle, ohne aber den Klangfarbenreichtum zu verlieren. Der Bass geriet etwas schlanker, dafür aber zunehmend präziser und verlor nichts von seiner Tiefe. Ein Versuch mit dem Netzfilter ergab ein eindeutiges Ergebnis: besser ohne.

Ausgehend von einem Hinweis des Foristen fkjazz über den kleinen Furman AC-210 AE Power Conditioner, der im Open-End-Music-Forum Thema war, fing ich an, mich mit diesen Geräten zu beschäftigen und bestellte mir letztendlich bei Thomann einen Furman PL-8 CE, der rückseitig zehn Anschlüsse besitzt und daher in der Lage ist, alle meine Geräte zu bedienen. Zusammen mit dem Furman bestellte ich mir die passende Menge Kabel (IEC-Buchse auf IEC-Stecker), gewöhnliches 3x1,5qmm Netzkabel, sowie Adapter (IEC-Stecker auf Schuko-Buchse) für die Kleingerätekabel mit Eurostecker. Das Paket wurde innerhalb eines Tages geliefert, der Inhalt ausgepackt, alles angeschlossen und getestet.

25 Jan, 2017 11:38 57 Neidhart ist offline Email an Neidhart senden Beiträge von Neidhart suchen Nehmen Sie Neidhart in Ihre Freundesliste auf
Neidhart
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Teil 3

Die Idee meinerseits hinter dieser Lösung war es, alle Geräte an eine Stromquelle zu bringen, die zudem in der Lage ist, das leidige Thema der Differenzialspannungen zu lösen. Nebenbei enthält der Furman Powerconditioner einen veritablen Blitzschutz und kappt Spannungsspitzen, die durch andere Geräte in der Nachbarschaft oder Schaltrelais erzeugt werden. Die mitgelieferten Kabel sitzen fest im Furman und in den Hifi-Geräten.

Und wie klingt es jetzt? Auf der Thomann-Seite schrieb ein Kunde, der Furman wasche die Musik sauber. Das kann ich bestätigen. Es hört sich auf einmal alles so sauber und unangestrengt an, als sage die HD 311 seufzend: „Danke, dass ich all den Unfug nicht auch noch darstellen muss.“ Seltsamerweise war der Eindruck beim ersten Hören, dass einzelne Instrumente nicht mehr dort standen, wo ich sie immer verortet hatte, sondern etwas davon entfernt. Stimmen kommen wie festgenagelt aus der Mitte, es sei denn, der Sänger bewegt sich leicht vor dem Mikrofon hin und her. Dann ändert sich auch die Stimme, je nachdem wie weit er vom Mikrofon entfernt ist und in welchem Winkel er hineinsingt.

In meinem Musik-DVD-Fundus befindet sich eine Aufnahme des Mother’s-Finest-Konzerts während der „Langen Rocknacht“ des Rockpalasts von 1978. Der Sänger ruft ganz zu Beginn „All right!“ ins Mikrofon, um das Publikum zu wecken. Eine recht tieffrequente Hallfahne zieht danach nach links weg. Das habe ich noch nie gehört, und ich habe die DVD schon bestimmt zehn Jahre.

Was aber am dramatischsten ist: Die analoge Schallplattenwiedergabe hat sich um Welten verbessert. Anscheinend lebt der kleine Phonovorverstärker an dem Powerconditioner erst so richtig auf. Es ist tatsächlich so, als ob ich zuvor immer durch eine völlig verdreckte Scheibe in den Garten geschaut, habe zwar erkannt, das dort draußen Blumen blühen und Vögel von Ast zu Ast fliegen, aber welcher Art die Vögel sind, wie strahlend die Blumen tatsächlich leuchten, das ist mir entgangen. Und jetzt hat jemand das Fenster aufgemacht, und ich sehe nicht nur, ich höre, rieche und fühle!

Manches mal dachte ich, jemand wäre im Haus, wenn gerade bei Klassikaufnahmen, die live eingespielt wurden, Geräusche wiedergegeben wurden wie Bankknarren oder jemand setzt sich oder ein anderer hüstelt. Applaus ist ein absoluter Gradmesser der Auflösungsfähigkeit einer Anlage. Applaus hört sich um ein so Vieles realistischer an, dass einzelne Claqueure herausgefischt werden können. Nicht mehr das flache Rauschen ist zu hören, sondern eine Landschaft mit Bergen und Tälern, die auf und ab schwingt.

Die Hans Deutsch HD 311 ist ein Lautsprecher, der immens realistisch wiedergeben kann, der Mikrodynamik beherrscht genauso wie eruptive Tuttis. Wenn man ihn loslässt mit dem passenden Material, ist es wirklich, wie Werner so treffend formuliert hat, live vor der PA und voll auf die Fresse.

Gibt es bei all dem überschwenglichen Lob auch einen Pferdefuß? Hm, ja, der Furman brummt ein wenig. Ich habe ihn auf Absorber gestellt, was das Brummen etwas dämpft. Ist es aber abends sehr still, dann hört man ihn schon. Und schlechte Aufnahmen klingen noch schlechter. Schrill und dünn Aufgenommenes grad aus den Achtzigern macht nicht wirklich Spaß. Allerdings kann ich jetzt detailliert aufzählen, was alles bei der Aufnahme und dem Mix verbockt wurde. Mehrfach gesampelte Stimmen klingen extrem unecht und teilweise nervig, toll aufgenommene Stimmen erzeugen Gänsehaut. Stark komprimierte Aufnahmen erzeugen Langeweile, wenig komprimierte Begeisterung.

Zuletzt möchte ich noch darauf hinweisen, dass das Ergebnis, wie es bei mir ausfällt, nicht unbedingt auf jeden übertragbar ist, da unterschiedliche Hifi-Geräte zum Einsatz kommen und die Stromsituation unterschiedlich sein kann. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kann ich auch noch nicht sagen, ob qualitativ bessere Netzkabel noch einen Unterschied machen oder ob es in dieser Konstellation unerheblich wäre. Und ja, es gibt noch Verbesserungspotenzial an der einen oder anderen Stelle meiner Anlage.

So, und jetzt setze ich mich wieder in meinen Hörsessel und höre einfach Musik!
::L

25 Jan, 2017 11:40 57 Neidhart ist offline Email an Neidhart senden Beiträge von Neidhart suchen Nehmen Sie Neidhart in Ihre Freundesliste auf
Kellerkind Kellerkind ist männlich
Thivanese



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Hallo Neidhart,

mann danke, daß du dir die Arbeit gemacht hast und mal deine "Stromstory" zu Papier brachtest, ich könnte da unendlich viel zu schreiben, habe aber keine Lust mehr dazu, da ich das Thema sicher 15 Jahre lang in den Foren immer wieder aufgegriffen habe und die Leute auf dem Ohr einfach taub sind und betriebsblind.

Habe mir selbst hier letztens wieder so Sprüche anhören müssen wie - wenn ich den Finger in die Dose stecke, kriege ich einen Schlag, ist doch egal wie fest ich den reinstecke -
und was soll da erst den Klang verändern und mein Elektriker lacht nur..............

Die Totschlagargumente vom letzten Meter - und daß in den Geräten doch eh alles in den Kondensatoren gesiebt und aufbereitet wird usw.

kriegst du nicht raus aus den Hirnen der Leute -

weil-

meiner Erfahrung nach keiner weiß was Strom überhaupt ist und was alles durchs Netz läuft.
(teilweise sogar das Internetsignal!)

Rob Bounce hat gerade erst im Stromkabelthread vom X 40 berichtet, was er schon für massive Störungen übers Netz reinkriegte.

Beginnend mit dem äußerst zutreffenden Satz:
Wohl dem, der keine Probleme mit dem Stromnetz hat.

Schön, daß du für dich vorwärts gekommen bist.

Als du von Klirrgefühl im Hochton der HD 311 berichtet hast, dachte ich eher, die Tweeter häts erwischt.

ich gab damals ja meine erste HD 311 Retro S 2 wieder zurück, da mir immer wieder die Hochtöner kaputt gingen, was sich im Klang durch Klirr äußerte, der recht unangenehm war. Robert hier erging es mit seiner Box genauso.

Kurz danach wurden die Weichen überarbeitet und die S 2 wich der HD 311 Retro - danach war das Problem im Griff-

noch was - bei meiner Box hatte ich trotzdem mal wieder so ein kreischiges Gefühl, ich stellte fest, daß die Tweeter nicht richtig festgedreht waren.

Weiter happy listening!


::Q

_______________
Boah klingt das geil!

25 Jan, 2017 16:07 18 Kellerkind ist offline Email an Kellerkind senden Beiträge von Kellerkind suchen Nehmen Sie Kellerkind in Ihre Freundesliste auf
Neidhart
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Zitat:
Original von Kellerkind
noch was - bei meiner Box hatte ich trotzdem mal wieder so ein kreischiges Gefühl, ich stellte fest, daß die Tweeter nicht richtig festgedreht waren.


Werner, das war ein super Tipp! Grad heute hatte ich wieder bei einer ganz bestimmten Frequenz so eine klirrige Überlagerung und dachte schon, ich müsste meinen Beitrag revidieren.

Nach dem lesen Deiner Antwort fiel mir ein, dass ich beide Hochtöner ganz zu Beginn ausgebaut hatte, da sich bei einem wohl durch den Transport ein Anschlusskabel gelockert hatte, was sich ziemlich deutlich bemerkbar gemacht hatte. Das hatte ich schon längst wieder vergessen und auch, dass ich irgendwann einmal die Schrauben noch einmal nachziehen wollte.

Das Spiel war zwar minimal, aber das Problem scheint damit weg zu sein. Da das Gehäuse ja ziemlich mitschwingt, ist es vielleicht gar keine schlechte Idee, den festen Sitz der Chassis hin und wieder zu überprüfen.

Vielen Dank noch einmal!

;Freude

25 Jan, 2017 17:03 12 Neidhart ist offline Email an Neidhart senden Beiträge von Neidhart suchen Nehmen Sie Neidhart in Ihre Freundesliste auf
söckle
Gast


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Hallo Neidhard,

das ist ein toller Bericht und Du hast dir beim Schreiben echt Zeit genommen. Mal abgesehen von den Kabeln hab ich jetzt zumindest eine Idee, in wechle Richtung der Klang der Hans Deutsch LS geht.

Ich könnte meine Klangeinduecke nie so detailliert beschreiben, wahrscheinlich denke ich einfach zu technisch dafür....

...mir fiel sofort das Beispiel mit dem Klatschen als Gradmesser fürs Auflösungsvermoegen auf. Das kann ich zu 100% bestätigten, man bekommt in Sekunden mit, wie authentisch eine Anlage klingt....

;Applaus

25 Jan, 2017 19:48 12
martinm
Haudegen


Dabei seit: 06 Jan, 2015
Beiträge: 618

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Zitat:
Original von söckle


...mir fiel sofort das Beispiel mit dem Klatschen als Gradmesser fürs Auflösungsvermoegen auf.



ich erinnere mich - das war dir ja auch hier bei mir vor Ort aufgefallen.

Das war das Album "SuperBass 2"

eine nicht in allen Belangen 'perfekte' Liveaufnahme. drei Kontrabassisten. Stehen im Raum.

Ein 'Must to have' Album!

25 Jan, 2017 20:13 35 martinm ist offline Email an martinm senden Beiträge von martinm suchen Nehmen Sie martinm in Ihre Freundesliste auf
Neidhart
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Teil 4
Nachdem nun die Anlage komplett am Furman Powerconditioner hing und einige Tage vergangen waren, stellte ich fest, dass sich der Klang in eine überbrilliante Richtung veränderte, die zunehmend nervig wurde. Hatte ich etwas falsch angeschlossen? Veränderte sich der Furman? Die Sache mit der Einspielzeit ist hier im Forum ja vielen bekannt.
::S
Wie sich rasch herausstellte, traf die erste Vermutung zu. Ich hatte beim raschen Zusammenstecken der Leitungen die gesamte Anlage phasenverkehrt angeschlossen, da ich mit einem Phasenprüfer die Phasenlage am Kaltgerätestecker „über Kopf“ und damit seitenverkehrt gemessen hatte. Nach der Korrektur des Anschlusses klang alles erstmal wieder, wie es sollte.

Im Laufe der nächsten Tage stellte sich aber erneut diese Überbrillianz ein, so dass der Hochton ab einer bestimmten Frequenz anfing unsauber bis verzerrt zu klingen. Damit fing das wahrscheinlich allseits bekannte Boxenrücken und Kabeltauschen an. Aber nichts half. Es klang, als wäre etwas kaputt. Zähneknirschend saß ich im Hörsessel, und anstatt entspannt herrliche Musik zu genießen, hielt ich mir die Ohren zu.
;Großes Grinsen
Sollte eines der Geräte mittelfristig allergisch auf den Furman reagieren? Im Zusammenhang mit den NuForce-Endverstärkern hatte ich mal gelesen, dass diese mit Netzfiltern nicht gut zusammenspielen. Also stöpselte ich diese aus den Powerconditioner und hing sie direkt an zwei Wandsteckdosen. Et voilà, alles war wieder in bester Ordnung.
Als technischer Laie kann ich über die Gründe dieses Verhaltens nur spekulieren. Entweder schaukelt sich in den NuForce mit der Zeit etwas hoch oder die NuForce beeinflussen die übrigen Geräte negativ. Netzfilter sollten nicht vor Netzleisten eingesetzt werden, las ich einmal, da sie verhindern, dass Störungen einzelner Geräte ins Netz abgeleitet werden. Sie wandern dann über die Netzleiste in andere Geräte. Ich hatte die Hoffnung, dass dieses Phänomen beim Furman nicht auftritt, möglicherweise verhält er sich dabei aber ähnlich.
::T
Als nächstes wollte ich wissen, ob und wie sich der Klang der Anlage verändert, wenn ich dem Furman ein höherwertiges Netzkabel als das beigepackte verordne. Und siehe da, die Veränderungen sind unmittelbar und deutlich wahrzunehmen. Ich denke, hier liegt noch viel Potenzial für Verbesserungen und Experimente. Da die Verkabelung hinter dem Furman von Kaltgerätestecker auf Kaltgerätebuchse geht, ist die Möglichkeit mit fertig konfektionierten Kabeln zu experimentieren leider nicht gegeben. Da ist wohl Handarbeit angesagt. Aber ich denke, dass eine höherwertige Verkabelung vom Powerconditioner zu den Geräten noch einmal einen deutlichen Klanggewinn bringen kann. Momentan überlege ich, das Supra-Kabel dafür zu verwenden.
Kennt jemand gute Kaltgerätestecker, die Kabel von 2,5qmm aufnehmen können und nicht so breit sind, dass sie am Furman nicht mehr nebeneinander passen? An Buchsen ist die Auswahl ja vorhanden, aber bei den Steckern?

Ich werde hier weiter berichten.

08 Feb, 2017 10:45 28 Neidhart ist offline Email an Neidhart senden Beiträge von Neidhart suchen Nehmen Sie Neidhart in Ihre Freundesliste auf
söckle
Gast


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ich glaube, schmälere als die hier gibt es zum selbst konfektionieren nicht:

https://www.dienadel.de/groneberg-kaltge...ng/a-353631272/

kann 2,5 mm^2 aufnehmen...

08 Feb, 2017 15:07 41
Neidhart
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Die Kupplungen wären von der Größe eher weniger wichtig, mir ging´s um die Stecker. Aber der Link war nicht schlecht, vielen Dank. Die haben so etwas auch als "männliche" Variante. Man kann dabei aber auch schon richtig Geld ausgeben:

HMS-Kaltgerätestecker

::N

08 Feb, 2017 15:41 09 Neidhart ist offline Email an Neidhart senden Beiträge von Neidhart suchen Nehmen Sie Neidhart in Ihre Freundesliste auf
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Thivanese



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Hallo Neidhart,

mir kommen nach Möglichkeit nur noch die Stecker von ViaBlue ins Haus, die bieten sensationellen Kontakt und nehmen locker auch die hauseigenen 6 qmm X 60 Stromkabel auf.

http://www.viablue.de/de/t6s_stromstecke...uchse_c15.shtml

Kannst du bei MD bestellen und kriegst bestimmt einen fairen Preis gemacht.

;Applaus

_______________
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08 Feb, 2017 15:54 57 Kellerkind ist offline Email an Kellerkind senden Beiträge von Kellerkind suchen Nehmen Sie Kellerkind in Ihre Freundesliste auf
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Teil 5

Wie ich ja im TangBand-Faden schon beschrieben habe, konnte ich durch ein paar Maßnahmen meinem Problem mit dem teils kreischigen Hochton etwas die Spitzen nehmen, aber so gänzlich glücklich war ich noch nicht. Nunmehr glaube ich aber, tatsächlich den Dämon gefunden zu haben, der sich hin und wieder und manchmal auch für längere Zeit in mein System eingeschlichen hatte, um mir das entspannte Musikhören zu vermiesen.
;Großes Grinsen
Schon vor längerer Zeit habe ich alle nicht benutzten TV-Anschlüsse in den verschiedenen Räumen mit passenden Abschlusssteckern und -widerständen verschlossen, um zu verhindern, dass mir über diesen Weg die im Haus selbst generierten vielfältigen Störeinflüsse (Computer, WLAN, DECT-Telefone usw.) ins System wandern. Bei Hifi-Geräten habe ich allerdings die Erfahrung gemacht, dass die Verwendung von Abschlusssteckern (für nicht benutzte Digitalausgänge), Kurschlusssteckern (für nicht benutzte Phono-Eingänge) oder Abschlusskappen für nicht benutzte Cinch-Ein- und Ausgänge keinen dauerhaften Vorteil bietet, sondern langfristig immer negative Auswirkungen hat. Jedenfalls habe ich Versuche dahingehend schon vor längerer Zeit als nicht zielführend aufgegeben.
;Gefangen
Sollte das für Abschlussstecker an TV-Dosen auch gelten? Versuch mach kluch, heißt es ja, und da es kein Geld kostet und nur sehr wenig Zeit, habe ich alle diese Stecker und Schraubwiderstände wieder entfernt. Ihr werdet es nicht glauben, aber bislang scheint es so zu sein, dass ich meinen „Poltergeist“ exorziert habe. Der Hochton ist wieder so sauber, wie er sein soll - und ich hoffe, dass es diesmal nicht nur ein vorübergehender Zustand ist, sondern „auf ewig“ so bleibt. Alles was jetzt noch kommt ist Feinschliff und Politur. Die technischen Zusammenhänge kann ich mir, mangels Kenntnissen, nicht erklären, aber „wer heilt, hat recht“, um diesen Spruch einmal auf ein anderes Terrain zu übertragen.

Wenn jetzt alles gut bleibt, jage ich erst einmal einen Großteil meiner Musiksammlung durch die Hans Deutsch und überlege mir dabei, an welcher Stelle meiner Anlage ich noch etwas zum Verschlimmbessern finde, damit mir der Stoff für diesen Faden nicht ausgeht. Aber im Augenblick bin ich erst einmal glücklich und hoffe, dass alle anderen, die ihrem persönlichen Hifi-Dämon auf der Spur sind, diesem ebenfalls den Hahn zudrehen können.

;Gnade

Dieser Beitrag wurde schon 2 mal editiert, zum letzten mal von Neidhart am 15 Feb, 2017 13:20 24.

15 Feb, 2017 12:08 12 Neidhart ist offline Email an Neidhart senden Beiträge von Neidhart suchen Nehmen Sie Neidhart in Ihre Freundesliste auf
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Hallo Neidhard,

wo du von Dämonen schwadronierst, ich selber benutzte bei unklaren Phänomenen, die ich im letzten Hause hatte, gerne den Gryphon Exorcist-

kein Witz! -

das Teil erwies sich als EXTREM nützlich.

War aber irgendwann nicht mehr erforderlich, als ich gescheite Kabel hatte, die sich nicht laufend geladen haben.

Lies mal hier - ist kein VOODOO!
http://www.gryphon-audio.dk/products/acc...s/exorcist.aspx


::L

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Boah klingt das geil!

15 Feb, 2017 18:01 46 Kellerkind ist offline Email an Kellerkind senden Beiträge von Kellerkind suchen Nehmen Sie Kellerkind in Ihre Freundesliste auf
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Hallo Werner,

für den Plattenspieler habe ich eine LP mit ansteigenden Sinustönen von Cardas. Das soll den Tonabnehmer und eigentlich auch die gesamte Anlage demagnetisieren. Hin und wieder lasse ich die mal durchnudeln. Aber einen großen Effekt habe ich nicht feststellen können. Vielleicht klingt es danach ein klein wenig griffiger, aber Wunder vollbringt diese nicht.

Das Gryphon-Gerät kenne ich noch nicht. Ich bin aber guter Hoffnung, dass ich es nicht wirklich brauchen werde. Heute plätschert den ganzen Tag im Hintergrund Musik vor sich hin, und bislang hat sich kein Plagegeist mehr dazugesellt. Wenn es so bleibt, spiele ich noch ein bisschen mit Kabeln (diese Black Cable-Geschichte finde ich höchst spannend und warte darauf von MD Näheres zu erfahren, sobald sie mit dem Check durch sind).

::G

Viele Grüße,
Neidhart

Dieser Beitrag wurde schon 1 mal editiert, zum letzten mal von Neidhart am 15 Feb, 2017 20:20 02.

15 Feb, 2017 18:53 36 Neidhart ist offline Email an Neidhart senden Beiträge von Neidhart suchen Nehmen Sie Neidhart in Ihre Freundesliste auf
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Teil 6

Seit meinem letzten Beitrag konnte ich feststellen, dass sich das Ganze stabilisiert hat. Das entscheidende Problem wurde beseitigt. Mittlerweile habe ich wieder alle Geräte am Furman hängen, und das funktioniert ganz hervorragend. Der Stromaufbereiter reagiert auf jedes angeschlossene Stromkabel, so dass hier ein weites Feld für Experimente gegeben ist. Mangels Zeit habe ich bislang nur vorhandene Strippen durchprobiert und bin beim PS Audio AC-3 hängen geblieben. Die Verbindung vom Furman zu den einzelnen Geräten wird nach wie vor von den Thomann-Leinen hergestellt, also gewöhnlichen Netzkabeln mit 3x1,5qmm bzw. entsprechenden Adaptern für die Kleingerätekabel. Auch hier werde ich in nächster Zukunft experimentieren.

Klanglich spielt das Ganze an den Hans Deutsch sehr überzeugend: schnell, spritzig, sehr gut durchhörbar, mit einem Bass, den ich auf dem Sofa Note für Note spüren kann, selbst wenn er hörtechnisch auch mal hinter einem Gewitter aus hart traktierten Becken und verzerrten Gitarren verschwinden sollte - wie das ja auch im Live-Konzert häufig der Fall ist. Stimmen könnten für meinen Geschmack noch ein wenig geschmeidiger kommen, aber ich vermute hier eher, dass ich den dünnen Baumwollteppich, der vor den Lautsprechern liegt, gegen etwas Dickeres und Hochfloriges austauschen sollte, das die geballte Hochtonladung etwas abmildert.

Hier sind einige Bilder vom Furman PL-8 C E, der, wie ich meine, eine relativ günstige Möglichkeit ist, unsauberem Netzstrom an den Kragen zu gehen. Die Verwendung von Kaltgerätekupplungen als Anschlüsse für die Geräte macht Selbstkonfektionieren von hochwertigeren Netzleinen notwendig, da der Markt von Kabeln mit Kaltgerätestecker und Kaltgerätekupplung eher eng ist.







Leider kann ich die ausziehbaren LED-Leuchten derzeit nicht sinnvoll nutzen, da der Furman ganz unten steht. Aber das muss ja nicht so bleiben.

Dieser Beitrag wurde schon 1 mal editiert, zum letzten mal von Neidhart am 22 Feb, 2017 18:13 15.

22 Feb, 2017 18:09 09 Neidhart ist offline Email an Neidhart senden Beiträge von Neidhart suchen Nehmen Sie Neidhart in Ihre Freundesliste auf
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Seitdem sich meine Anlage ungestört entfalten kann, habe ich von der technischen Seite her nichts Neues zu berichten. Aus Zeitmangel bin ich das Projekt Netzkabel vom Powerconditioner zu den Geräten noch nicht angegangen; und ob das in naher Zukunft ein dringliches Anliegen sein wird, wage ich derzeit zu bezweifeln.

Anscheinend benötigt der Furman Powerconditioner so wie die meisten anderen Geräte auch eine Einspielphase; die einfachen Thomann-Netzleitungen vielleicht sogar auch. Jedenfalls hat sich der Gesamtklang egal bei welcher Quelle über die Wochen so weit entwickelt, dass ich derzeit weniger mit dem Erbsenzählen als mit Musikhören beschäftigt bin. Der Lautsprecher überrascht mich dabei eins ums andere Mal, und ich lerne ihn so langsam erst wirklich zu schätzen.

Die rhythmischen Fähigkeiten der HD 311 finde ich außergewöhnlich. Vermutlich liegt es an dem ja quasi massenlosen Konzept des Hornresonators, dass nie das Gefühl aufkommt, der Bass würde in irgendeiner Weise mit dem Rest der Darbietung nicht mithalten können. Er ist so überaus schnell, schlackenlos und tief, dass selbst bei Orchestertutti oder beim ärgsten Rockgewitter die Durchörbarkeit, soweit die Quelle sie denn hergibt, gewahrt bleibt. Der Hochton ist massiv, so dass auch scharf angeschlagene Becken glaubhaft sind, dabei aber sehr detailliert. Die Mitten stehen dem nicht nach und bilden Klangfarben sehr natürlich ab.

Kürzlich habe ich Horslips "Live" gehört (Original Doppel-LP von 1976), eine beileibe nicht perfekte Aufnahme - dem Bass fehlt etwas Druck, und wenn Fiedel und Flöten mit einsetzen, wird es etwas unübersichtlich -, aber Stimmen und ein Gitarrensound zum Niederknien.

;Daumen rauf

Wer also Probleme mit seiner Stromqualität hat, dem kann ich den Furman Powerconditioner sehr empfehlen. Nachteile, etwa gebremste Dynamik, von der gelegentlich gesprochen wird, konnte ich bei mir beim besten Willen nicht feststellen, eher das Gegenteil. Dass bei der Verkabelung aber noch etwas geht, kann ich dem passenden Faden im Open-End-Forum zu einem kleineren Modell entnehmen. Hier hat ein User auch ein passendes Kabel gezimmert. Wenn es der Zeitplan einmal zulässt, mache ich mich auch einmal daran. Aber ohne Eile.

PS: Das erwähnte Brummen des Furman ist zwar noch vorhanden, wurde aber im Laufe der Zeit deutlich leiser. Mittlerweile nehme ich es selbst in der Nähe kaum mehr wahr.

Dieser Beitrag wurde schon 1 mal editiert, zum letzten mal von Neidhart am 24 Mar, 2017 12:24 01.

24 Mar, 2017 12:22 47 Neidhart ist offline Email an Neidhart senden Beiträge von Neidhart suchen Nehmen Sie Neidhart in Ihre Freundesliste auf
Neidhart
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Angeregt durch den Bericht über die Restaurierung einer Antares durch Siggi und Werners Hörbericht derselben, möchte ich einmal meine jetzt zeitlich schon etwas längere Erfahrung mit den Hans-Deutsch-Lautsprechern, in meinem Fall den 311ern, zum Besten geben. Da auch der leidige Strom eine gewisse Rolle dabei spielt, hänge ich den Erfahrungsbericht einfach hier an.

Mein Equipment hat sich seit meinem letzten Bericht nicht wesentlich geändert. Ich hatte mit ein paar Kabeln experimentiert, und das Ergebnis war recht überraschend. Mittlerweile habe ich alle "aufwändigen und teuren" Netzkabel verbannt. Alle Geräte hängen mit Standard 3x1,5mm-Strippen am Furman-Powerconditioner und jener hängt mit seiner original Beipackstrippe am Netz. Vormals hatte ich ihn mit diversen geschirmten Kabeln verbunden, zuletzt mit einem PS-Audio-Kabel, aber langfristig hat das bei mir mehr Probleme erzeugt als beseitigt. Ein gefühltes Mehr an Bassdruck wurde durch ein unerwünschtes Mehr an Unruhe und Hochtongeschwirre erkauft, was auf die Dauer nicht zu ertragen war. Die Standardstrippe "spielt" bei mir am ausgeglichensten, und langzeitlich fehlt mir nichts.

Meine 311er stehen direkt auf dem Boden bzw. auf den Filzgleitern, die auf die Bodenplatte bereits vom Hersteller geklebt sind. Versuche mit den bekannten Gerätefüßen oder irgendwelchen Kegeln oder Spikes verliefen immer unbefriedigend. Gerade auf den Gerätefüßen wirkt das Klangbild zwar verdammt schnell und anspringend, aber den Instrumenten fehlt die Bodenhaftung. Ich vermute mal, dass das genau der Eindruck ist, den Werner bei Siggi hatte, dass untenherum Energie fehlt. Der Tiefbass ist zwar vorhanden, aber das Fundament ist ausgehöhlt. Stehen die Lautsprecher direkt auf dem Boden, sind die Instrumente wieder "komplett". Und langsamer wird die Musik dadurch auch nicht. Das ist nur ein subjektiver Eindruck, weil Tieftonenergie fehlt. Ich würde daher immer empfehlen, die Lautsprecher direkt auf den Boden zu stellen, es sei denn, dieser ist so ungünstig, dass dadurch der Vorteil zum Nachteil wird.

Die Überlegungen hinsichtlich der Trockenbauwände als Bassfalle fand ich sehr interessant, da mein Hörzimmer an zwei Seiten mit massiven Steinwänden und an zwei Seiten mit Trockenbauwänden begrenzt ist. Bassprobleme im Sinne von Dröhnen oder bewusst wahrnehmbarer stehender Wellen habe ich überhaupt nicht, egal bei welcher Lautstärke. Insofern müssen sich Trockenbauwände nicht unbedingt negativ auswirken. Ob sie bei mir Bassenergie schlucken, die gerne da sein dürfte, kann ich nicht sagen. Wahrscheinlich geht da mehr, aber mir fehlt der Vergleich. Und Instrumente, das zu messen, habe ich nicht.

Wenn der Lautsprecher dann mit entsprechender Kost gefüttert wird, finde ich ihn nach wie vor großartig. Beim Hören von Musik geht es mir meist schon lange nicht mehr um Klangqualität oder irgendwelcher quantitativer Betrachtungen, sondern um das, was mir die Musik mitteilen will. Früher war sie immer eher maulfaul und hat mich mit dem Klappentext abgespeist. Mittlerweile ist sie aber redselig und zwar in einem Maße, dass ich mit einem Durchgang zumeist nur das Gröbste verstehe. Musik vermittelt Emotionen, heißt es, aber das ist, zumindest mit der HD 311 nur die halbe Wahrheit. Natürlich kann sie begeistern und zu Tränen rühren, genauso wie abstoßen und aggrressiv machen, je nachdem, was sie wiederzugeben hat. Aber sie hat auch die Fähigkeit, ich möchte fast sagen, den spirituellen Kern von Musik freizulegen. Ein hochinteressanter Mann, den ich kennenlernen durfte, sagte mir, Musik, bzw. die Töne, die sie bilden, seien die Unterbrechnung der Stille. Durch sie werden wir der Stille erst gewahr. Und diese Stille reicht über unser Dasein hinaus.

Aber genug des Philosophierens. Die Hans-Deutsch-Lautsprecher sind, wie Werner schon einmal betont hat, eher wie Instrumente gebaut, denn wie Unterhaltungselektronik. Daher sind sie ein wenig anders zu behandeln, habe ich erfahren, und Rezepte, die bei anderen Marken funktionieren, müssen hier nicht unbedingt fruchten. Siggi, falls Du hier liest, versuche einmal Deine Antares ohne die Gummipuffer zu stellen. Vielleicht wird dann noch einmal eine ganz andere Perspektive geöffnet.

Dass HDs nur mit Jazz, Klassik und vor allem Naturinstrumenten funktionieren, kann ich so nicht bestätigen. Ich höre auch gern rein elektronische Musik (Klaus Schulze bspw.) und das geht hervorragend. Keyboards allgemein hören sich fantastisch über die Lautsprecher an. Metal geht auch, wenngleich es dafür wahrscheinlich doch noch geeignetere Schallwandler gibt. Bläser finde ich großartig. Aber die HDs sind absolut keine nachsichtigen Gesellen. Sie stellen dar, was ihnen angeboten wird. Taugt das nichts, hört es sich entsprechend an. Andererseits sind sie trotzalledem in der Lage, die "Seele" der Musik wiederzugeben, so sie denn eine hat, auch wenn die Aufnahmequalität eher bescheiden ist.

Aber da bin ich schon wieder beim Philosophieren, und daher ist jetzt erst einmal Schluss.

::A

Nachtrag: Habe gerade gelesen, dass Siggi sich bereits von seinen Gummis getrennt hat. Daher ist also mein Vorschlag obsolet. Und das Ergebnis ist anscheinend wie erwartet.

Dieser Beitrag wurde schon 2 mal editiert, zum letzten mal von Neidhart am 08 Feb, 2018 17:38 29.

07 Feb, 2018 13:17 24 Neidhart ist offline Email an Neidhart senden Beiträge von Neidhart suchen Nehmen Sie Neidhart in Ihre Freundesliste auf
Kellerkind Kellerkind ist männlich
Thivanese



Dabei seit: 07 Nov, 2014
Beiträge: 22460

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Dankeschön,

schöner Bericht.

::O

_______________
Boah klingt das geil!

07 Feb, 2018 15:34 11 Kellerkind ist offline Email an Kellerkind senden Beiträge von Kellerkind suchen Nehmen Sie Kellerkind in Ihre Freundesliste auf
Siggi
Gast


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@ Neidhart
Die Gummis sind weg.
Der Bass hat deutlich zugelegt,
und klar, die funktionieren auch mit anderer Musik,
aber ich hörte vorher weniger Klassik und Jazz.
Macht jetzt einfach, deutsch - lich, ::E mehr Spass.

;Applaus

10 Feb, 2018 10:31 17
söckle
Gast


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Zitat:
Original von Siggi
aber ich hörte vorher weniger Klassik....


hier ein paar bekannte Melodien:

Mozart - Symphonie Nr 40 & 41 „Jupiter“ (schon genannt worden)
Antonin Dvorak – Slavonic Dances
Antonin Dvorak – From the new world (schon genannt worden)
BedYich Smetana – Die Moldau
Isaac Albeniz - Suite Espanola
Georg Friedrich Händel – Feuerwerksmusik
Gustav Holst – The Planets
Felix Mendelssohn - Symphonie No 4 „Italian“
Maurice Ravel – Bolero

Richard Strauss - Also sprach Zarathustra
Rossini Overtüren - Der Barbier von Sevilla, Wilhelm Tell
Carl Orff Carmina Burana – O Fortuna
Luigi Boccherini - Streichquartett Nr 5 Minuet
Mozart - Rondo alla Turca
George Gershwin - Rhapsody in Blue
Ludwig van Beethoven - Für Elise
Giacomo Puccini Madame Butterfly – "Coro a bocca chiusa" (Humming Chorus)

10 Feb, 2018 11:03 14
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